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Stealth-Browsing das Aus für Affiliates?

22. September 2008

FireFox, Internet Explorer und Googles Chrome unterstützen in ihrer jeweils neuesten Version die automatische Löschung von Cookies. Für Affiliates könnte dies schwerwiegende Folgen haben.

Gleich ob es nun InPrivate, Stealth Browsing oder medienwirksam P0RN-Mode genannt wird, die Grundfunktionalität bleibt dabei die gleiche: Beim Schließen des Fensters werden automatisch sämtliche in der Session gewonnenen Daten gelöscht und damit auch die für das das Afilli-Tracking so wichtigen Cookies. Damit können Verkäufe nicht mehr dem ursprünglichen Vermittler zugeordnet werden. Im Ergebnis werden Afilliate Seiten deutliche Umsatzeinbußen zu Verzeichnen haben. Inwieweit andere Tracking Methoden hier Ersatz bieten können, soll im Folgenden erläutert werden

Cookie-Tracking

Das Cookie Tracking ist immer noch der Standard der Tracking Methoden. Kurz formuliert wird hierbei ein kurzes Stückchen Text auf der Festplatte des Anwenders gepeichert, das dafür sorgt, daß der Anwender bei einem Verkauf wiedererkannt wird und die Verkaufsprovision dem Vermittler zugeordnet werden kann. Die durchschnittliche Lebensdauer eines Cookies liegt je nach Verkäufer oder Netzwerk bei ca. 30 Tagen und über diesen gesammten Zeitraum konnen Provisionen korrekt zugeordnet werden.

Session-Tracking

Beim Session Tracking wird dem Besucher lediglich beim Betreten eines Webshops eine eindeutige ID zugewiesen und diese ID wird von Seite zu Seite weitergereicht. Für die Provisionszuordnung ist das Sessiontracking nur bedingt geeignet. Es erlaubt lediglich, das der Nutzer sich noch auf anderen Seiten des Shops umsehen kann, beispielsweise kurz von seinem beabsichtigeten Kühlschrankkauf abkommt und sich zwischenzeitlich bei den Fernsehern umsieht. Der Kühlschrank kann durch das Sessiontracking weiterhin dem Vermittler zugeordnet werden, ob dabei auch der zusätzliche Fernseher provisioniert wird, hängt von den Rahmenbedingungen des Verkäufers ab. Die Lebensdauer der Session-ID ist dabei auf die Dauer der Session beschränkt. In der Regel dürfte dies kaum länger als eine Stunde sein.

Fingerprint-Tracking

Das Fingerprint Tracking wurde ursprünglich gegen die ersten Cookie-Blocker entwickelt, die das Setzen eines Cookies erst gar nicht erlaubten. Hierbei wird aus den öffentlich zugänglichen Daten des Surfers eine Prüfsumme aus verschiedenen Faktoren gebildet, auf dem Server gespeichert und zur Wiedererkennung genutzt. Die Lebensdauer eines Fingerprints ist dabei stark abhängig von den zur Generierung benutzten Daten. Üblicherweise wird ein Fingerprint aus Betriebssystem, Bildschirmauflösung, installierten Plugins und der IP-Adresse gebildet. Während sich Betriebssystem und Bildschirmauflösung im Laufe eines Jahres eher selten ändern, können sich bei den installierten Plugins schon mal durch automatisierte Updates mehrere Änderungen pro Woche ergeben. Besonders anfällig für Änderungen hingegen ist die IP-Adresse da sie normalerweise bei jeder Einwahl neu vergeben wird. In Zeiten von DSL-Flatrates kann man zwar mittlerweile von einer Gültigkeitsdauer von 24 Stunden ausgehen, es kommt aber bei selbsttrennenden Routerkonfigurationen immer noch vor, daß die Lebensdauer der IP kürzer ist als die eigentliche Session.
Tipp am Rande: Wer seine Kunden wegen einer neuen IP regelmäßig aus der Session schmeißt, sieht ihn nie wieder.

Flash-Cookie-Tracking

Das Tracking über Flash Cookies, offiziell Local Shared Objects genannt, könnte hier die Rettung für Afilliates sein. Diese hin und wieder als Supercookies bezeichneten Datenschnipsel werden im Gegesatz zu normalen Cookies nicht über den Browser, sondern vom Macromedia Flash Player auf der Festplatte gespeichert. Sie sind in ihrer Lebensdauer nicht begrenzt und können zudem Browserübergreifend ausgelesen werden. Nach bisherigen Erkenntnissen sind auch die neuen Browser noch nicht in der Lage, das Speichern von Flash-Cookies zu verhindern. Flash Werbemittel werden jedoch zur Zeit überwiegend nur von größeren Merchants zur Verfügung gestellt, die kleineren hinken der Entwicklung noch einiges hinterher.

Mit zunehmendem Angebot von Flash-Werbemitteln können die Umsätze von Afilliates also durchaus, zumindest vorübergehend, noch gesichert werden. Die unangenehmste Nebenwirkung dabei wird wohl der unruhige, auf Bewegung ausgelegte, Aufbau der Werbemittel sein, der vielfach an die überschwengliche Verwendung des <blink>-Tags aus früheren Tagen erinnert.

 


  1. TC Stahl

    Ehrlich gesagt war ich noch nie Freund von Affiliate-Werbung. Man ist als Seitenbetreiber zu sehr von varierenden Faktoren abhängig. Neben der Cookie-Akzeptanz beim Nutzer unter anderem auch von funktionierender technik beim Anbieter. Schwarzen Schafen ist es zudem leicht, gültige Sales nicht anzuerkennen - wie soll man das Gegenteil beweisen?

  2. Christian Gülcan

    Schonmal dran gedacht das es ein leichtes ist, den Rechner gegenüber Flashcookies zu sperren? Macromedia Support, Global Storage Settings, Schieberegler runter und kein KB Speicherplatz mehr zur Verfügung, für vermarktete Affiliate Cookies usw.

    Macht mal den Test und schaut mal wieviele Cookies schon gesetzt wurden* Bei Kunden habe ich immenses Adult-Vorkommen offengelegt, was leider die Mitarbeiter ausbaden mussten.

    Flash-Cookis sind keine Alternative! Die Affiliates sollten lieber alle auf CpC und TkP umsteigen, da ich kostenlose Werbung für Advertiser verabscheue, besonders wenn Erklärungsnöte bei Stornorates herschen, auch bei Großkonzernen!

  3. Thorsten

    Die Schwarz-Schaf-Problematik trifft wohl für jedes Abrechnungsmodell zu. Es ist ganz egal, ob nach PPC, PPS, PPL oder TKP abgerechnet wird, wenn der Betreiber betrügen will dann kann er das und wir bleiben ohne Handhabe.

    Sicher ist es relativ leicht, Flash-Cookies zurückzuweisen, aber davon weiß kaum ein Normaluser und kann demnach auch nicht handeln.

    Die Abrechnung nach TKP halte ich auch für eine der fairsten. Brauchbare Anbieter kenn ich jedoch z.Zt. keine. Vieleicht mag jemand wen empfehlen?

  4. Stefan Johne

    Fakt ist doch - auch wenn man heut zu Tage schon dem Affiliate sämtliche Geschäfte verderben kann - aufgrund von Unwissenheit (keiner kennt die Optionen und die meisten “Normalen” kennen nicht mal Affiliate) spielt das eigentlich keine Rolle. Zwecks Abrechnungsmodell, TKP ist doch blöd, mit Affiliate kann man deutlich mehr verdienen… außerdem kann man bei TKP (als Publisher) richtig krass bescheißen. Darum gibt es auch nur TKP Anbieter für Seiten wie Zeitungen o.ä.!

  5. ritchie

    @TC Stahl: die Sache mit den schwarzen Schafen ist in der Tat eines der Hauptprobleme; deswegen muss man sich seine Affiliate-Merchant-Partner auch sehr sorgfältig aussuchen.

  6. […] das Cookie am nächsten Tag fehlt, dann gibt’s auch keine Provision für den Einkauf. Minutenlohn beschreibt die derzeitigen […]

  7. moneyblogs.de

    Stealth-Browsing das Aus für Affiliates? ⇐ Minutenlohn…

    FireFox, Internet Explorer und Googles Chrome unterstützen in ihrer jeweils neuesten Version die automatische Löschung von Cookies. Für Affiliates könnte dies schwerwiegende Folgen haben da hierdurch enorme Einnahmeverluste drohen….


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